Vernetzten Köderschutzboxen schützen wichtige Infrastruktur vor Ratten und Mäusen
In vielen Unternehmen richten Mäuse und Ratten Schäden an Kabeln und anderer Infrastruktur an. Das kann weitreichende Konsequenzen haben. Ein Biss genügt und die Anlagen stehen still. Beim Energieversorger ED Netze setzt man deshalb neuerdings auf vernetzte Köderschutzboxen, mit denen Schadnager effektiv und zeitsparend bekämpft werden können.
Mäuse und Ratten übertragen nicht nur Krankheiten, sondern zerstören auch wichtige Infrastruktur. Schon ein kurzer Biss etwa in ein Brandmeldekabel genügt, um die Sicherheit zu gefährden oder einen Schneeballeffekt auszulösen. „Das kann im Extremfall zum Ausfall der Versorgung Tausender von Haushalten und Unternehmen führen“, weiß Markus Vollmer, Fachspezialist Abwasser bei der ED Netze GmbH. Als Verantwortlicher für die Schädlingsbekämpfung beim Netzbetreiber aus Südbaden ist Vollmer für das Monitoring in 40 Anlagen in der Region zuständig. „Bis vor Kurzem mussten wir alle Standorte regelmäßig anfahren, um die einzelnen Standorte zu überprüfen“, berichtet Vollmer. Denn die für die großflächige Rattenbekämpfung notwendigen Giftköder dürfen ausschließlich anlassbezogen eingesetzt werden, sprich: bei akutem Schadnagerbefall. So kamen schnell Hunderte von Kilometern im Monat zusammen, um die aktuelle Schadnagersituation sowie die Köder vor Ort zu kontrollieren.
Schadnager werden jetzt automatisch erfasst
Mittlerweile werden alle Besuche der Mäuse und Ratten automatisch erfasst. Das Monitoring findet dabei zentral am PC statt, ohne dass die einzelnen Standorte angefahren werden müssen. Denn nach einer ersten erfolgreichen Testphase im Dezember setzt ED Netze mittlerweile an allen 40 Standorten insgesamt 100 vernetzte Köderschutzboxen ein. Diese nutzen u.a. Funk- und Cloud-Technologie und stammen vom deutschen Unternehmen ball-b, das bereits seit Jahren Hunderte von Kommunen und Betrieben in Deutschland mit einer zeitgemäßen und umweltfreundlichen Lösung zur Schadnagerbekämpfung im Kanal versorgt. Seit letztem Jahr bietet das Unternehmen nun auch Köderschutzboxen für den oberirdischen Einsatz an. „Das System ist genial: Schon nach der kurzen Testphase waren die Fallzahlen stark zurückgegangen und auch die Datenübertragung funktioniert einwandfrei“, berichtet Markus Vollmer.
Überall dort, wo die Deutsche Telekom bereits den NB-IoT-Funkstandard zur Verfügung stellt, kommen die Modelle mit NB-IoT zum Einsatz, was an den meisten Standorten der Fall ist. Dadurch ist eine Übertragung der Daten von den einzelnen Köderschutzboxen in Echtzeit möglich. An den anderen Standorten lassen sich die Daten über den ULE-Funkstandard auslesen. So sieht Markus Vollmer am PC, wann und wie oft Ratten an den verschiedenen Einsatzorten registriert wurden und kann entsprechend handeln und die entsprechenden Köder vorschriftmäßig einsetzen. „Auch die Dokumentation etwa der verwendeten Wirkstoffe ist jetzt deutlich leichter“, betont Vollmer.
Ohne nachgewiesenen Befall dürfen keine Wirkstoffköder eingesetzt werden
Die Tatsache, dass eine zeitsparende und effektive Schadnagerbekämpfung mit den oberirdischen Köderschutzboxen nun auch jenseits der Kanalisation leicht möglich ist, führt hoffentlich dazu, dass veraltete Methoden keine Anwendung mehr finden. Denn ohne Anlass an allen Standorten einfach Giftköder auszulegen, verstößt nicht nur gegen die Vorschriften, sondern belastet auch die Umwelt. Das gilt insbesondere, wenn die Köder ungeschützt ausgelegt werden. Mit vernetzten Köderschutzboxen ist man dagegen auf der sicheren Seite – und Mensch und Natur auch.