Funktional, sicher und belastbar
Wie eine zukunftsorientierte Stadt- und Siedlungsentwicklung unter Berücksichtigung einer wassersensiblen Straßenraumgestaltung mit oberflächennahen Entwässerung aussehen kann, zeigt die Bauleitplanung der nordrhein-westfälischen Stadt Kamp-Lintfort.
Wie viele Städte und Gemeinden verfügt auch Kamp-Lintfort über ein Trennsystem mit getrennten Leitungs- und Kanalsystemen für die Ableitung von Schmutz- und Regenwasser. Die Stadt erhebt getrennte Abwassergebühren für die Beseitigung von Schmutz- und Niederschlagswasser (Sammeln, Fortleiten, Behandeln, Einleiten, Versickern, Verregnen und Verrieseln). Während sich die Schmutzwassergebühr nach dem Frischwassermaßstab bemisst, wird die Niederschlagswassergebühr auf Grundlage der Quadratmeter der bebauten und/oder versiegelten Fläche auf den angeschlossenen Grundstücken, von denen Niederschlagswasser abflusswirksam in die gemeindliche Abwasseranlage gelangen kann, bemessen.
Ohne Frage ist das Neubaugebiet in Kamp-Lintfort ein positives Beispiel zur Reduzierung der Regenwasserableitung. Hier wurden unter Beachtung der Kenntnisse zur Hydrogeologie und zur Bodenqualität bereits in der Bau- und Erschließungsphase geeignete Maßnahmen der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung berücksichtigt, so dass sich sowohl aus ökonomischer als auch ökologischer Sicht eine Verbesserung der wasserwirtschaftlichen Situation ergab.
Die hier genutzten Möglichkeiten, wie die Versickerung über Mulden und Rigolen, tragen direkt zur Grundwasserneubildung und zur Reduzierung der Abflussspitzen bei. Während das anfallende Regenwasser von Dächern und befestigten Flächen der Grundstücke in Rigolen mit einem Volumen von ca. 5,4 m³ (bei 200 m² angeschlossener Fläche) auf den Grundstücken versickert, wird das Oberflächenwasser der Verkehrsflächen in eine zentrale Mulde am Rande des Baugebiets, die auch als Freizeitfläche genutzt werden kann, geleitet.
Sicher und schnell entwässern, auch bei stark belasteten Flächen
Im Zuge der Entwässerungsplanung für die Verkehrsflächen im Baugebiet „Wohnen am Volkspark“ wurde eine in Kamp-Lintfort bewährte Straßenrandentwässerung vorgesehen. Zur Ausführung kam das Linienentwässerungssystem MAXI des Herstellers HYDROTEC aus Wildeshausen. Abhängig von den hydraulischen Leistungsanforderungen wurden Rinnenelemente mit vier verschiedenen Nennweiten (NW 100 bis 300) installiert.
Die aus faserverstärktem Beton C35/45 hergestellten Rinnenkörper können aufgrund eines 5 mm starken Kantenschutzes und der robusten Abdeckungen aus duktilem Gusseisen für Fahrbahnen von Straßen, Industrieflächen mit Schwertransport und auch Flugbetriebsflächen und Häfen mit hohen Radlasten (250 kN bis 900 kN Prüflast nach DIN EN 1433) eingesetzt werden. Durch acht Schubsicherheitspunkte pro lfm werden z.B. Bremskräfte in Längsrichtung aufgenommen und abgetragen. Verankerungsrippen gegen „Aufschwimmen“ sowie Vorformungen für senkrechte Abläufe DN 100/150 komplettieren die vorteilhaften Eigenschaften des Entwässerungssystems MAXI.
Die installierte Straßenrandentwässerung übernimmt im Neubaugebiet „Wohnen am Volkspark“ auch die Aufgabe von Straßenabläufen, über die bei konventioneller Anwendung das Oberflächenwasser aufgenommen wird. Über die Rinnenelemente mit Nennweite 300 gelangt das Wasser über einen Sinkkasten in die kurze Kanalleitung, die in der Mulde mündet.
> www.hydrotec.com